3.24 – Stunde Null
Zero Hour

· Guide Enterprise
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Staffel 3, Episode 24: Stunde Null (Zero Hour)Die Erde befindet sich in greifbarer Nähe, worauf Archer, Hoshi, Reed und ein kleines Team den Angriff auf die sich bereits aufladende Supperwaffe der Xindi vorbereiten. Sie versuchen sich vorbei an der Xindi-Eskorte an Bord der Waffe zu schleichen, und sie von innen zu deaktivieren. Dieser Schachzug würde vielleicht die Erde retten, aber den Tod von Archer bedeuten. In der Ausdehnung versucht T'Pol derweil mit der Enterprise eine der wichtigsten Sphären zu zerstören, bevor die wütenden Erbauer der Sphären das Schiff komplett zerstören oder die degenerativen Auswirkungen der Ausdehnung die Besatzung der NX-01 umbringt.

Fakten

  • Erstausstrahlung USA:26.05.2004 (UPN)
  • Erstausstrahlung BRD:27.02.2005 (SAT.1)
  • Produktionsnummer: 076
  • Story:
  • Drehbuch:
  • Musik:
  • Regie: Allan Kroeker  
  • Missionsdatum: 14. Februar 2154

Hauptdarsteller

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Gastdarsteller

Wissenswertes

  • Emmy-Nominierung 2004 für "Outstanding Prosthetic Makeup For A Series, Miniseries, Movie Or A Special," Michael G. Westmore, Makeup Supervisor
  • Produktionsbericht. (27.03.2004)

Weitere Auftritte der Gestdarsteller

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Zusammenfassung

An Bord seines Schiffes stößt Commander Dolim mit zwei seiner Männer auf die Zukunft an. Eine Herrschaft der Reptilien sei das Beste für alle Xindi, deshalb wollen sie ihren Platz auf dem Tron nach der Zerstörung der Erde auch einnehmen.

Unterdessen hat Archers Team mit Degras Schiff die Verfolgung des Planetenkillers aufgenommen. Der Primaten-Vertreter versichert, dass sie die Waffe einholen werden. Der Faultier-Vertreter G'Nar versucht auf Degras Pläne des Planetenkillers zuzugreifen, doch diese sind verschlüsselt. Deshalb wird Hoshi gebraucht. Sie ist aber immernoch in schlechtem Zustand. Archer lässt die Pläne auf Padds runterladen und bringt sie in ihre Quartier. Zur gleichen Zeit stellen die Sphärenbauer in ihrer Dimension fest, dass immer mehr Zeitlinien auf einen Erfolg der Menschen hinweisen. Die Anführerin befiehlt, die Hauptkontrollsphäre zu schützen, um den Angriff der Menschen abzuwehren.

Auf der NX-01 laufen derweil die Vorbereitungen für die Ausschaltung von Sphäre 41. Trip berichtet T'Pol, dass der nötige Energiepuls die Schiffssysteme lahmlegen wird. Die Vulkanierin gibt ihm zwei Stunden, um das Problem zu lösen. Tucker protestiert. T'Pol macht ihm klar, dass niemand die Sphärenbauer aufhalten wird, sollte die Erde zerstört werden. Das Schicksal der gesamten Galaxis liegt in ihrer Hand. Auf der Brücke macht Mayweather eine beunruhigende Entdeckung: An der Position von Sphäre 41 gibt es plötzlich ein Anomalienfeld, das auch noch ungewöhnlich dicht ist. Phlox analysiert das Phänomen auf der Krankenstation. Es entspricht der Anomalie, in welcher sie das Versuchskaninchen gefunden haben. Es handelt sich wohl um eine Sicherheitsmaßnahme, die die Menschen fernhalten soll. Die Crew kann im veränderten Raum nur wenige Minuten überleben. Da die NX-01 aber bis auf einen Kilometer an die Sphäre heran muss, will der Doktor ein Mittelchen mischen, welches die Menschen etwas länger bei Bewusstsein hält.

Auf Degras Schiff arbeitet Hoshi an den verschlüsselten Plänen. Sie ist immernoch verstört und vollkommen fertig, weil sie den Reptilien geholfen hat. Archer macht ihr Mut, noch etwas länger durchzuhalten. Ohne sie, werden die Menschen die Waffe nicht überladen können. In deren Zentrum bespricht Dolim mit einem Lieutenant gerade den Plan. Sie werden den Vortex in einiger Entfernung von der Erde verlassen und brauchen dann noch etwas Zeit, bevor sie feuern können. Der Commander will, dass alles so schnell wie möglich abläuft. Zur gleichen Zeit wird Mayweather in den Maschinenraum der Enterprise gerufen. Trip glaubt, eine Systemüberlastung verhindern zu können, wenn er die Energie des Impulsantriebs für den Puls verwendet. Travis wird das Schiff nur mithilfe der Steuerdüsen manövrieren können. Reed stellt derweil den Plan für die Infiltration der Waffe vor. Das Team muss im äußeren Bereich hineinbeamen. Das Zentrum ist zu stark abgeschirmt. Archer besteht darauf, dass Hoshi mitkommt. Immerhin war sie schon an Bord der Waffe. G'Nar möchte wissen, wie das Team rechtzeitig wieder von Bord gehen will. Archer erklärt, er werde die Überladung erst auslösen, sobald die anderen sicher sind, und dann selber fliehen.

Als Archer von der Brücke geht, steht er plötzlich auf einer Aussichtsplattform in einer riesigen Halle voller Leute. Daniels tritt zu ihm und erklärt, sie seien Zeugen eines sehr wichtigen Ereignisses, sieben Jahre in der Zukunft. In der Mitte des Saales wird gerade die Vereinte Föderation der Planeten gegründet – unter anderem von Archer selbst. Daniels erklärt, der Captain spiele eine zentrale Rolle beim Aufbau der Föderation. Archer will davon aber nichts hören und sich lieber um die Xindi-Waffe kümmern. Daniels bittet ihn, die Überladung des Planetenkillers nicht selbst auszulösen. Das Risiko sei zu groß und Archer zu wichtig für die Zukunft. Der Captain entgegnet, es sei noch wichtiger, dass die Erde überlebt, und lässt sich zurückschicken. Während Phlox auf der Krankenstation sein Testament aufzeichnet, kommt T'Pol, um das Mittel gegen den veränderten Raum abzuholen. Die NX-01 erreicht ihr Ziel und alles ist für den Angriff bereit. Die Anomalie um die Sphäre ist inzwischen deutlich gewachsen. Der Crew bleiben maximal fünfzehn Minuten, um die Sphäre zu zerstören. Kurz darauf fliegt das Schiff in die riesige Anomalie.

Archers Team kommt allmählich dahinter, wie man die Waffe überladen kann. Sie müssen den Reaktor zerstören, während das Energiesystem umgekehrt wird. Die Reihenfolge ist aber ausschlaggebend, ansonsten verhindern Notfallsysteme die Überladung. Hoshi ist bereits mit der Entschlüsselung der richtigen Sequenz beschäftigt. Archer verspricht ihr einen ausführlichen Urlaub, sobald alles vorüber ist. Auf der Brücke erfährt er von G'Nar, dass die Waffe nur noch von Dolims Schiff begleitet wird. Dies kommt den Menschen sehr gelegen. Die Reptilien erreichen schließlich die Erde. Sie entdecken keinerlei Verteidigung, einzig eine unbewaffnete Forschungsstation im Orbit der Erde – die Yosemite-Station. Wenig später kommt auch Degras Schiff an, gerade noch rechtzeitig, um mit anzusehen, wie die Reptilien die Yosemite-Station vernichten. Zur gleichen Zeit stellt die Besatzung der Enterprise fest, dass der transdimensionale Raum ihre Haut seltsam verändert. Phlox erklärt, dies sei ungefährlich. Die NX-01 erreicht die Sphäre und beginnt den Strahl abzufeuern. Im Maschinenraum tauchen plötzlich mehrere Sphärenbauer auf und versuchen, das Schiff zu sabotieren.

Als Dolim feststellt, dass mehrere Menschen an Bord von Degras Schiff sind, befiehlt er einen Abfangkurs. Archers Trupp ist bereit, zum Planetenkiller zu beamen. Der Captain weist seine Xindi-Verbündeten an, ihn nur hinüberzubringen und keine Heldentaten zu versuchen. Plötzlich trifft ein weiteres Schiff ein. Es ist Shran, der seine Hilfe anbietet. Zum Ärger der Reptilien geben die Andorianer Degras Schiff Deckung. Während ein Feuergefecht zwischen den beiden großen Schiffen entbrennt, können die Xindi Archers Team auf der Waffe absetzen. Shran stellt klar, dass nun der Captain in seiner Schuld stünde. Die Crew der Enterprise hat derweil Probleme, mit den Sphärenbauern fertig zu werden. Das Waffenfeuer durchdringt die transdimensionalen Wesen wirkungslos. Glücklicherweise weiß Phlox, wie die MACOs ihre Waffen modifizieren müssen, um die Eindringlinge zu treffen. Trip merkt an, dass sie ohne volle Energieleistung für die Zerstörung der Sphäre zu lange brauchen werden. Immerhin können die Sphärenbauer zurückgedrängt werden. Trip hat wieder volle Energie, doch die Zeit wird langsam knapp.

Nachdem einige Reptilien ausgeschaltet sind, beginnt Archer im Zentrum der Waffe, die Energiekupplungen nach Hoshis Anweisungen umzudrehen. Die Arbeit wird verzögert, als weitere Wachen auftauchen. Reed und die MACOs können schließlich alle Reptilien ausschalten. Zur gleichen Zeit wird Dolim klar, dass die Andorianer ihn nur von der Waffe weglocken wollen. Auf der Enterprise wird die Lage kritisch. T'Pol will den Versuch bereits abbrechen, doch Trip hält sie zurück. Als die fünfzehn Minuten um sind, ist auch die Zeit der Sphärenbauer abgelaufen. Trip kann Sphäre 41 den Todesstoß versetzen, woraufhin diese implodiert. Während Travis das Schiff in sichere Entfernung steuert, fällt die Sphäre vollständig zusammen und sendet einen Blitz zur nächsten Sphäre. Auch diese implodiert und sendet einen weiteren Blitz aus. Die Sphärenbauer an Bord der Enterprise lösen sich auf, als das Schiff wieder den Normalraum erreicht. T'Pol stellt fest, dass das Sphärennetzwerk vollständig zusammenbricht. An Bord der Waffe dreht Archer die vorletzte Energiekupplung um. Nun muss der Reaktor zerstört werden. Reed will sich darum kümmern, doch Archer lässt nicht mit sich reden. Er schickt die anderen zum Transporterpunkt. Schweren Herzens gibt Reed ihm die drei Sprengladungen und die Fernsteuerung. Archer verspricht gleich nachzukommen.

Der Planetenkiller hat die Erde beinahe erreicht. Archer schaltet den Reaktor mit zwei Sprengladungen aus und dreht die letzte Kupplung um. Während Alarmsirenen ertönen taucht plötzlich Dolim auf. Archer kämpft mit dem Reptil, scheint aber unterlegen zu sein. Derweil fallen die Schilde um den Antrieb des Reptilien-Kreuzers aus. Shran nutzt die Chance und lässt das Schiff zerstören. G'Nar versucht Archer in Sicherheit zu beamen, doch der Captain ist noch zu tief im Innern der Waffe. Dieser prügelt sich immernoch mit Dolim. Um die beiden herum gibt es immer mehr Explosionen. Die Waffe scheint auseinander zu brechen. Archer gelingt es, die letzte Sprengladung an Dolims Rücken anzubringen und aus sicherer Entfernung zu zünden. Während ein flammendes Inferno ausbricht, rennt Archer los. Kurz darauf explodiert der Planetenkiller im Orbit der Erde.

Die Enterprise wartet am vereinbarten Treffpunkt auf Degras Schiff. Im Kommandozentrum stellen T'Pol und Trip fest, dass es keine Anzeichen für die Sphären mehr gibt. Die Anomalien sind ebenfalls verschwunden, genauso wie die Wolkenbarriere um die Ausdehnung. Allem Anschein nach verwandelt sich die Delphic-Ausdehnung wieder in Normalraum zurück. Trip macht die Ungewissheit über das Schicksal der Erde zu schaffen. T'Pol rät ihm, geduldig zu sein. Tucker wechselt das Thema. Da die Veränderung ihrer Haut noch nicht ganz verschwunden ist, vergleicht er die Vulkanierin mit einem alten Ölgemälde. T'Pol entgegnet beleidigt, sie würde im kommenden Jahr erst 66 und sei noch nicht alt. Trip kann kaum fassen, dass sie ihm endlich ihr Alter verraten hat und will den Grund dafür wissen. Die Vulkanierin erklärt, ihr Volk hält Altersangaben für sehr persönlich. Travis stört das Gespräch mit der Meldung, dass Degras Schiff eingetroffen ist. Da die Kommunikation stark gestört ist, warten Trip und T'Pol an der Luftschleuse. Reed berichtet, dass der Captain die Waffe zerstört hat. Allerdings konnte er nicht mehr rechtzeitig in Sicherheit gebeamt werden.

Ein Aquatiker-Schiff nimmt die NX-01 für den Transport zur Erde auf. Der Primaten-Vertreter kommt an Bord und erklärt, die Menschen würden in weniger als einem Tag zuhause sein. Erfreulicherweise wird der Rat der Xindi wieder zusammenkommen. Die Insektoiden haben bereits eingelenkt und auch die Reptilien werden einsehen müssen, dass die Beschützer nur leere Versprechungen gemacht haben. Archers Opfer werde nicht vergessen werden. Später kommt T'Pol auf die Krankenstation, wo der Doktor mit seinen Tierchen beschäftig ist. Diese sind ungewöhnlich unruhig. T'Pols Haut ist immernoch nicht ganz verheilt. Phlox meint, es brauche noch etwas mehr Zeit. Die Vulkanierin entdeckt Porthos und erkundigt sich nach dessen Wohlbefinden. Dem Hund geht es ähnlich, wie der Crew. Er braucht etwas Zeit, um den Verlust Archers zu verarbeiten. T'Pol spricht Porthos Mut zu und streichelt ihn sogar.

Am nächsten Tag setzt das Aquatiker-Schiff die NX-01 in der Nähe der Erde ab und fliegt zurück. Die Crew der Enterprise bestaunt beim Näherkommen den blauen Planeten. T'Pol befiehlt Hoshi, das Sternenflottenkommando zu rufen. Seltsamerweise antwortet niemand. Plötzlich bemerkt Travis, dass die Orbitalstationen um die Erde verschwunden sind. Hoshi kann niemanden erreichen, auch die Mondkolonie antwortet nicht. T'Pol schickt Tucker und Travis mit einer Fähre nach San Francisco. Als das Shuttle die Wolkendecke durchdringen, sieht alles normal aus. Drei Flugobjekte nähern sich und Trip versucht sie zu rufen. Das Empfangskommitee antwortet allerdings mit Waffenfeuer, genauer gesagt mit altmodischen Projektilwaffen. Dementsprechend sind die Flugzeuge altmodische propeller-getriebene Ein-Mann-Jäger.

Die Schlussszene zeigt ein Lazarett der Nazis, offenbar während des Zweiten Weltkrieges. Drei Offiziere kommen herein. Der Doktor führt sie zu einem bewusstlosen unbekannten Verletzten, der am Vortag mit schweren Verbrennungen eingeliefert wurde. Es ist Archer. Der Doktor möchte wissen, ob die Offiziere die Uniform erkennen. Als er in die Runde blickt, tritt der dritte Offizier aus dem Schatten. Im Gegensatz zu allen anderen ist er definitiv kein Mensch…

Analyse

Da rechnet man noch bis kurz vor Schluss mit einer idyllischen Rückkehr zur Erde nach getaner Arbeit, alles deutet auf ein Happy End und plötzlich wird doch noch ein Cliffhangar draus. Bis jetzt zähle ich das Ende von "Stunde Null" (Org. "Zero Hour") zu den besten Cliffhangarn von Star Trek überhaupt. Mit Sicherheit ist er aber einer der gemeinsten. Innerhalb nur weniger Augenblicke ändert sich alles grundlegend, die gesamte Handlung vollzieht eine 540°-Wende. Die Xindi sind plötzlich unbedeutend, von Sphärenbauern spricht niemand mehr… Aber was bitteschön ist mit der Erde passiert? Wo kommen auf einmal die Nazis her? Und was zur Hölle soll dieser Alien-Nazi??? Wie ihr seht, lässt das Finale der dritten Staffel viele drängende Fragen offen und vor allem viel Raum zur Spekulation. Allerdings sollte man trotzdem die vierzig Minuten Handlung davor nicht vergessen, auf welche wir nun einen genaueren Blick werfen wollen.

Die Auflösung des Staffelplots bring an sich keine größeren Überraschungen. Der Planetenkiller wird im Erdorbit gestoppt und – manch ein Fan hat es wahrscheinlich schon seit "Die Ausdehnung" (Org. "The Expanse") prophezeit haben – die Delphic-Ausdehnung über die Sphären zerstört. Letzteres war wohl die einfachste und im Grunde auch plausibelste Lösung dafür, dass wir von der Delphic-Ausdehnung in späteren Serien nichts mehr gehört haben. Sie existierte einfach nicht mehr. Da nun das Ende der Staffel eingetroffen ist, das man sich genaugenommen schon vor ihrem Beginn hätte denken können, stellt sich natürlich die Frage, ob "Stunde Null" (Org. "Zero Hour") langweilig ist. Dies kann ich mit einem klaren "Nein!" beantworten. Wie schon so manche Enterprise-Folge in der letzten Zeit, beginnt auch das Finale wieder etwas ruhiger. An verschiedenen Fronten werden Pläne geschmiedet, wie man nun weitermachen soll. In dieser Phase gefiel mir vor allem Linda Parks Leistung. Sie hat den Autoren mal wieder richtig blendent vor Augen geführt, welch großes Potential diese durch die Vernachlässigung von Hoshi doch verschwenden. Auf meinem Wunschzettel für die nächste Staffel steht eine stärkere Einbringung von Hoshi (aber natürlich auch den anderen Nebencharakteren) sehr weit oben. Glücklicherweise bekam Ensign Sato zum Abschluss nocheinmal etwas mehr zu tun und nicht nur sie, alle sieben regulären Charaktere wurden in angemessenem Maße in die Story eingebunden. Phlox beispielsweise darf sein Testament machen, eine Angelegenheit die unter Denobulanern offensichtlich sehr beliebt ist, und somit die ansonsten recht dunkle Stimmung etwas auflockern.

Nachdem die Pläne dann geschmiedet sind, beginnt schließlich der finale Kampf. Dieses Mal liegt die Betonung aber deutlich weniger auf einer Weltraumschlacht. Diese haben wir ja schon letztes Mal in "Countdown" (Org. "Countdown") sehr eindrucksvoll gesehen. Stattdessen gibt es einige Kämpfe Mann gegen Mann auf dem Planetenkiller, Schusswechsel mit den Sphärenbauern und natürlich der große Kampf gegen die Zeit. Die nötige Spannung wird vor allem durch rasante und vor allem zahlreiche Schnitte erzeugt. Ständig wechselt das Geschehen von einem Krisenherd zum anderen: erst sind wir an Bord der Xindi-Waffe, dann auf der Enterprise, in der Dimension der Sphärenbauer, auf Degras Schiff, auf Dolims Schiff, auf Shrans Schiff und wieder zurück an Bord der Waffe. Dies kann hin und wieder etwas verwirren, verdeutlicht aber sehr gut den Zeitdruck, unter dem alle stehen und wirkt gekonnt der Gefahr von Langeweile entgegen. Wie erwartet, gewinnen die Menschen natürlich an allen Fronten, weshalb es im dritten Teil der Episode wieder ruhiger wird. Die Crew der NX-01 muss erfahren, dass ihr Captain bei der Zerstörung der Waffe scheinbar unkam, und verabschiedet sich im Frieden von den Xindi. Diese sind inzwischen zu Freunden geworden und werden sich nun wohl wieder ihren internen Problemen widmen. Demnach vermute ich wohl, dass wir vorerst nicht mehr sehr viel von ihnen sehen werden. Es wäre aber schön, wenn die Autoren sie nicht ganz vergäßen und hin und wieder Auskunft über ihre Entwicklung gäben. In jedem Fall bleibt in diesem Teil der Folge nocheinmal Zeit für einige persönlichere Momente, die sich hauptsächlich mit Trip und T'Pol beschäftigen. Seit "E²" (Org. "E²") ist wohl abzusehen, dass sich zwischen den beiden eine ernsthaftere Beziehung entwickeln wird, wobei ich die Autoren doch darum bitten würde, es den beiden nicht zu einfach zu machen. Nach ihrem Geständnis in "Countdown" (Org. "Countdown") macht T'Pol nun aber einen weiteren Schritt auf Trip zu und nennt ihm ihr Alter. Die Veränderung ihres Charakters ist inzwischen recht deutlich spürbar, fällt aber keinesfalles negativ auf. Ich bin in jedem Falle gespannt, wie sich diese auf ihre nächste Begegnung mit anderen Vulkaniern auswirkt.

Allerdings ist bekanntlich nicht alles Gold, was glänzt, und so kann man "Stunde Null" (Org. "Zero Hour") auch nicht als perfekt bezeichnen. Der größte Schwachpunkt ist in meinen Augen sicherlich das Fehlen, jeglicher Verteidigung der Erde. In "Die Ausdehnung" (Org. "The Expanse") war die Enterprise noch nicht ganz in Sichtweite der Erde und bekam schon Unterstützung von drei Erdenschiffen, als die Klingonen angriffen. Und dieses Mal? Nichts! Absolut nichts! Selbst wenn man annimmt, dass Archer die Sternenflotte nicht vor dem sich nähernden Planetenkiller gewarnt hätte – was ich übrigens für sehr unwahrscheinlich und unlogisch halte – müsste man doch eigentlich davon ausgehen, dass die Erde wenigstens ein paar einsatzbereite Schiffe in der Nähe haben müsste. Immerhin ermöglicht das Fehlen einer menschlichen Verteidigung den Einsatz der Andorianer und der Führung von Shran. Es ist wirklich toll, zu sehen, wie unsere blauen Freunde praktisch aus dem Nichts auftauchen, um den Menschen zu helfen. Zur Abwechslung ist nun einmal Shran derjenige, der hilft, nicht aber ohne zu betonen, dass Archer jetzt in seiner Schuld steht und nicht umgekehrt. Es ist nur schade, dass die Andorianer so plötzlich verschwinden, wie sie aufgetaucht sind. Nachdem Dolims Schiff zerstört ist, sind auch sie leider nicht mehr zu sehen. Allerdings spielt das Auftachen der Andorianer noch eine weitere wichtige Rolle. Nachdem die Menschen schon mehrfach den Andorianern geholfen haben, setzen sich diese nun ebenfalls völlig uneigennützig für das Wohl der "Pinkskins" ein. Dies stellt wohl einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg zur Gründung der Föderation dar. Außerdem sehen wir mittels einer kleinen Zeitreise sogar die Gründungszeremonie der Föderation. Zwar läuft sie nur im Hintergrund ab, doch wir erfahren, dass Archer einer der Unterzeichner ist, weshalb er in der Vergangenheit schon mehrfach von Daniels als unersetzlich für den Verlauf der Zeitlinie bezeichnet wurde. Dies sind in jedem Fall deutliche Zeichen, dass die Autoren – entgegen der Befürchtungen mancher Fans im Laufe der vergangenen Staffel – keinesfalls "von ihrem Weg abgekommen" sind. "Stunde Null" (Org. "Zero Hour") deutet klar an, dass am Ende von Star Trek – Enterprise die Gründung der Föderation stehen wird. Es wäre nur allmählich an der Zeit, die Tellariten richtig einzubauen und auch den Andorianer-Vulkanier-Konflikt noch genauer zu behandeln…

Positiv:

  • Alle Charaktere werden sinnvoll eingesetzt
  • Der Weg zur Föderation wird angedeutet
  • Der Staffelplot wird befriedigend abgeschlossen

Negativ:

  • Die Verteidigung der Erde fehlt

Wertung

Mit "Stunde Null" (Org. "Zero Hour") wird nun der große Staffelplot um die Xindi und ihre Waffe abgeschlossen. Die Episode kann nocheinmal an das gute Niveau der letzten beiden Folgen anschließen und erhält ebenfalls acht von zehn Punkten. Kurz vor Schluss wird aber gleich wieder ein neuer Plot begonnen, wobei wir wieder beim Cliffhangar angelangt werden. Inhaltlich kann man noch nicht viel sagen, es wurde einfach zu wenig gezeigt, um sicher zu sagen, was uns im kommenden Jahr erwarten wird. Demnach kann ich erst im Herbst entscheiden, ob es sich um einen genialen Schachzug oder den größten Fehler überhaupt handelt. Auf jeden Fall erfüllt der Cliffhangar seinen Zweck. Er kommt vollkommen unangekündigt und überraschend, wodurch der Zuschauer völlig unvorbereitet getroffen wird. Dadurch wird ein (übrigens verdammt drängendes) Interesse beim Zuschauer geweckt, im nächsten Herbst wieder einzuschalten. Genau dies ist auch beabsichtigt. Egal, ob man die neue Wendung begrüßt oder verteufelt, man will wissen, wie es weitergeht. Nun liegt es an den Autoren, im nächsten Jahr etwas aus diesem Potential zu machen. Lassen wir uns überraschen, wie der Nazi-Alien in die Serie passt. Ich persönlich bin schon sehr gespannt.

Fehler

  • Am Ende von "Countdown" (Org. "Countdown") war die Krankenstation mit Verletzten überfüllt. Während "Stunde Null" (Org. "Zero Hour"), also nur wenige Stunden später, ist sie aber vollkommen leer.
  • T'Pol gibt bei ihrem Logbucheintrag als Datum den 14. Februar 2152 an.

Review von Bernd Paulus

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