3.09 – Faustrecht
North Star

· Guide Enterprise
Autor

Staffel 3, Episode 9: Faustrecht (North Star)Die Besatzung der Enterprise entdeckt eine menschliche Siedlung in der Delphic-Ausdehnung, in der die Menschen noch wie im Wilden Westen des 19. Jahrhunderts leben. Bei einem Besuch einer Stadt findet Captain Archer heraus, dass die Vorfahren der Menschen vor 300 Jahren von der Erde entführt wurden, und zwar von einer Spezies namens Skagarans, welche die Menschen versklavten, und sie diese Stadt bauen liesen. Irgendwo revoltierten die Menschen, übernahmen die Stadt, und seitdem sind ihre ehemaligen Unterdrücker Lebensformen zweiter Klasse auf diesem Planeten. Archer muss nun herausfinden, was er mit diesen Menschen machen soll.

Fakten

  • Erstausstrahlung USA: 12.11.2003
  • Erstausstrahlung BRD: 08.01.2005 (SAT.1)
  • Produktionsnummer: 061
  • Story:
  • Drehbuch: David A. Goodman
  • Musik:
  • Regie: David Straiton  
  • Missionsdatum: Unbekannt

Hauptdarsteller

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Gastdarsteller

Wissenswertes

  • Fünf von sieben Drehtagen verbrachte das Filmteam in den Western-Stadt-Kulissen. (04.10.2003)
  • Die Außenaufnahmen zu dieser Episode entstanden in den Western-Stadt-Kulissen der Universal Studios. (04.10.2003)

Weitere Auftritte der Gastdarsteller

Glenn Morshower
– TNG 2×21 "Galavorstellung" – Fähnrich Burke
– TNG 6×18 "In der Hand von Terroristen" – Stationsverwalter Orton
– VOY 2×12 "Die Resistance" – Wache
– ST07 "Star Trek: Treffen der Generationen" – Navigator
James Parks
– VOY 3×03 "Das Hochsicherheitsgefängnis" – Vel
Tom Dupont
– ENT 4×15 "Die Heimsuchung" – Rigelianer (Stunt)

Zusammenfassung

Eine Stadt, wie aus dem Wilden Westen. Drei Männer, offensichtlich Menschen, reiten bei Nacht durch die Straße, ein vierter Mann ist ihr Gefangener. Er ist kein Mensch, sondern wird von einem der Männer als "Skag" bezeichnet. Die Reiter erreichen einen Baum in der Stadtmitte und lynchen dort ihren Gefangenen. Dann reiten sie davon.

Am nächsten Morgen begutachtet der Sheriff der Westernstadt, MacReady, den Toten. Eine Frau namens Bethany ist ebenfalls dabei, sie bezahlt für den Sarg. Der Sheriff erinnert sie daran, dass die Skagaraner nicht auf dem Friedhof begraben werden dürfen und entschuldigt sich, dass er nicht rechtzeitig eingreifen konnte, um die Lynchung zu verhindern. Bethany wirft ihm daraufhin vor, dass eine Gerichtsverhandlung nichts geändert hätte, da die Mörder dann in der Jury gesessen hätten. Als sie gehen will, erinnert MacReady sie daran, dass der Mann einen Menschen getötet hat und darauf auch bei Selbstverteidigung für einen "Skag" die Todesstrafe steht. Von den Einheimischen unbemerkt, hat ein fremder Cowboy namens Jonathan Archer das Gespräch mitgehört. Er geht zu T'Pol, die sich wie er der örtlichen Kleidung angepasst hat. Sie bestätigt dem Captain, dass die Einwohner eindeutig Menschen sind. Trip stößt zu den beiden und erzählt, dass alles sehr authentisch aussieht, wie im Wilden Westen. Nun stellt sich die Frage, wie diese Menschen von der Erde auf einen Planeten in der Delphic-Ausdehnung gekommen sind. In einer Seitenstraße kontaktiert Archer die Enterprise. Reed berichtet, dass sie den größten Teil der Oberfläche gescannt haben, die menschlichen Siedlungen befinden sich aber nur in einem relativ kleinen Bereich. Es sind ungefähr 6000 Leute. Außerdem gibt es weniger als 1000 nicht-menschliche Bewohner. Es gibt keine Anzeichen hochentwickelter Technologie, die ältesten Bauwerke sind über 250 Jahre alt. Archer befiehlt Trip und T'Pol, eine nahe gelegene Siedlung der Außerirdischen zu untersuchen. Allerdings sollen sie sich unauffällig verhalten.

T'Pol und Trip gehen zu einem Stall, um ein Pferd zu mieten. Da sie kein Geld bei sich haben, bietet Trip seine Mundharmonika zum Tausch an. Als die beiden losreiten wollen, gestaltet sich dies schwierig. Aber was kann schon schiefgehen? Immerhin kennt Trip sämtliche Western-Filme mit John Ford. Unterdessen geht Cowboy Archer in den Saloon. Am Tresen erhält er kostenlosen Kaffee und beginnt ein Gespräch mit dem Barkeeper. Dank eines Portraits an der Wand erfährt Archer von Cooper Smith, dem Mann der die Skagaraner besiegt hat. Sie werden unterbrochen, als Deputy Bennings und seine beiden Helfer, die drei Männer, welche in der Nacht den Skagaraner lynchten, den Saloon betreten. Sie bestellen etwas zu trinken und Bennings zwingt den verängstigten skagaranischen Kellner Draysik mitzutrinken. Bennings verhöhnt den Jungen und macht sich über die Skagaraner lustig. Dann behauptet er, der inzwischen gelynchte Skag wäre betrunken gewesen, als er einen Menschen erschoss. Als Draysik ihm widerspricht, fordert der Deputy einen Beweis, dass ein Skag nüchtern einen Menschen erschießen kann. Er fordert den Jungen auf, ihn zu erschießen. Während Bennings ihn immer mehr provoziert, mischt sich Archer plötzlich ein. Er möchte noch eine Tasse Kaffee von Draysik. Bennings ist über die Störung nicht sehr erfreut. Glücklicherweise kommt der Barkeeper mit dem Sheriff in den Saloon. MacReady spricht Archer an. Dieser erklärt, dass er nur auf der Durchreise ist und seinen Kaffee wollte. Dann geht er. MacReady befiehlt Bennings, sicherzustellen, dass Archer die Stadt verlässt. Außerdem soll der Deputy die Skags in Ruhe lassen.

In der folgenden Nacht erreichen Tucker und T'Pol die Siedlung der Skagaraner, ein über 200 Jahre altes Raumschiffwrack. T'Pol beschließt mit den Bewohnern Kontakt aufzunehmen. Derweil wendet sich Archer an die örtliche Lehrerin, Bethany, um mehr über die Skagaraner herauszufinden. Die Frau begegnet ihm zuerst recht misstrauisch. Sie hat aber von Archers Einmischung im Saloon gehört und fragt sich, weshalb er für einen Skag Gefängnis riskiert. Archer erklärt, dass er das Leben des Außerirdischen genauso wertvoll einschätzt, wie das eines Menschen. Bethany lässt sich davon überzeugen. Archer erklärt, er wolle mehr über die Skags erfahren, da es in seiner Heimat keine gäbe. Bethany lädt ihn ein, mitzukommen. Sie löscht das Licht und die beiden fahren mit ihrer Kutsche los. Dabei werden sie von Deputy Bennings und seinen Männern bereits beobachtet.

Archer und Bethany erreichen wenig später die Skagaraner-Siedlung. Bethany gibt den Kindern nachts regelmäßig unterricht. Bei Tag kann sie dies nicht, da es illegal ist, Skagaraner zu unterrichten. Während sie alles vorbereitet, trifft Archer Tucker und T'Pol. Die beiden haben in den Überresten des Schiffswracks einige Datenträger gefunden. Der Captain schickt sie zurück auf die Enterprise, um die Funde zu analysieren. Er bleibt auf dem Planeten und beobachtet den Unterricht. Nach etwas Mathematik lässt Bethany für Archer die gemeinsame Geschichte von Menschen und Skagaranern erzählen: Vor langer Zeit entführten die Vorfahren der Skagaraner einige Menschen von der Erde, um sie als Sklavenarbeiter einzusetzen. Die Menschen werten sich allerdings gegen ihre Entführer. Plötzlich platzt Bennings herein. Seine beiden Männer wollen Bethany festnehmen, doch Archer geht dazwischen. Er kann einen Hilfssheriff ausschalten, wird dann aber von Bennings niedergeschlagen und zusammen mit Bethany ins örtliche Gefängnis gesteckt.

Am nächsten Morgen will Archer von Bethany den Fortgang der Geschichte wissen. Die Lehrerin ist zuerst irritiert, da eigentlich jeder auf dem Planeten davon weiß, lässt sich aber überreden. Sie erzählt nocheimal, dass die Skagaraner ihre Vorfahren vor 300 Jahren von der Erde entführten, um sie als Sklaven für den Bau einer Kolonie zu verwenden. Unter der Führung von Cooper Smith konnten sich die Menschen von ihren Unterdrückern befreien. Dabei ging Smith offensichtlich nicht gerade zimperlich vor, denn während die Menschen ihn als Held und Befreier feiern, ist er bei den Skags eher als "Metzger" bekannt. Er schrieb auch die ersten Gesetze, mit denen verhindert werden soll, dass die Skags jemals wieder die Kontrolle erlangen. Bennings kommt herein, um Archer zu holen. MacReady will mit ihm sprechen. Der Sheriff fragt ihn, weshalb er nachts in der Skag-Siedlung war. Er klärt Archer über die Gesetze auf und wovor diese die Menschen schützen sollen. Es ist illegal, Skags zu unterrichten, da sie sonst vielleicht irgendwann wieder lernen könnten, die Menschen zu unterdrücken. Archer wendet ein, dass dies über 200 Jahre her ist. Doch MacReady beharrt darauf, dass er verhindern muss, dass so etwas nocheinmal geschieht. Archer hat eine Stunde, um die Stadt zu verlassen. Bethany erwarten mindestens zehn Jahre Gefängnis.

In einer Nebenstraße nimmt Archer Kontakt mit der Enterprise auf und erkundigt sich nach den Daten aus dem Skagaraner-Wrack. Hoshi arbeitet noch an der Übersetzung. Archer will abgeholt werden, hat aber vorher noch etwas zu erledigen. Er geht zum Gefängnis, wo ihm Bennings die Tür öffnet. Bevor der Deputy reagieren kann, liegt er schon bewusstlos am Boden. Archer befreit Bethany und sperrt Bennings ein. Er schlägt der Lehrerin vor, ihrer Tätigkeit in einer entfernten Siedlung nachzugehen. Die Lage ist dort zwar nicht anders, aber immerhin wird sie dort nicht vom Sheriff gesucht. Kurz nachdem sie gegangen sind, trifft MacReady ein. Er befreit Bennings und macht sich auf die Suche nach den Flüchtigen. In diesem Moment biegen die beiden in einer Kutsche um die Ecke. Während MacReady zögert, zieht Bennings seinen Colt und erschießt Bethany. Archer reagiert sofort und lässt sich mit ihr zusammen auf die Enterprise beamen. Bennings und seine Männer bleiben verwundert zurück.

Phlox führt sofort eine Operation durch und kann Bethanys Leben retten. Dabei stellt er aber fest, dass die Frau zu einem Viertel Skagaranerin ist. Unterdessen unterhalten sich Bennings und MacReady über Archers Verschwinden. Der Deputy ist sich sicher, dass der Fremde mit den Skags zusammen arbeitet. MacReady glaubt nicht daran. Doch für Bennings ist der Fall klar: Die Skags wollen wieder die Herrschaft übernehmen. Die Menschen müssten ihnen zuvor kommen, weshalb er die Siedlung der Skags in der Nacht niederbrennen will. MacReady will aber ohne Beweise nichts unternehmen, für ihn ist das Maß voll. Solange Bennings für ihn arbeitet, soll er das Gesetz vertreten. Daraufhin gibt Bennings seinen Deputy-Stern zurück und geht.

Inzwischen hat Hoshi die Daten aus dem skagaranischen Wrack übersetzt. Die Logbücher bestätigen die Berichte, dass die Skagaraner die Menschen als Arbeiter einsetzten, um eine Kolonie zu bauen. Allerdings kam es wiederholt zu Problemen mit den undisziplinierten Menschen. Sechs Monate nach der Ankunft auf dem Planeten enden die Logbücher aprubt. Die Senioroffiziere beraten, was man mit den Menschen machen solle. Es sind zu viele, um sie gleich mitzunehmen. Archer findet, dass man sie holen könne, sobald die Sache mit den Xindi erledigt ist. Vorerst sollten die Menschen aber erfahren, dass man auf der Erde an sie denkt.

Kurze Zeit später landet eine Fähre der NX-01 auf der Hauptstraße der Westernstadt. Während die meisten Bewohner Deckung suchen, geht MacReady darauf zu. Als sich der Staub gelegt hat, kommen Archer, T'Pol, Reed und einige MACO-Soldaten heraus. Der Captain will mit dem Sheriff sprechen. In dessen Büro erklärt Archer alles. MacReady ist sehr erstaunt, da er sich nie sicher war, ob die Erde tatsächlich existiert. Archer verspricht, dass die Menschen auf diesem Planeten eines Tages abgeholt werden. Allerdings hat sich die Erde mittlerweile verändert und dementsprechend werden sich auch die Menschen hier ändern müssen, wenn sie wieder auf der Erde leben wollen. Nach einem längeren Gespräch gehen die beiden wieder nach draußen. Archer möchte MacReady für eine Tour auf die Enterprise bringen. Plötzlich wird der Sheriff von einem Schuss am Arm getroffen. Bennings ist der Schütze und seine Männer umzingeln die Fähre.

Die Situation ist angespannt. Archer redet auf Bennings ein und MacReady unterstützt den Captain. Er erklärt, die Fremden kämen von der Erde. Bennings zweifelt daran. Während Archer um eine Chance bittet, seine Herkunft zu beweisen, sieht sich Reed plötzlich gezwungen, einen Heckenschützen mit der Phasenpistole zu betäuben. Es kommt zu einer Schießerei. Dabei können die Erdlinge einige der Banditen ausschalten. Als Archer sich absetzt, um Bennings zu verfolgen, schießt dieser ihm in die Schulter. Der Captain flieht in einen Stall, Bennings rennt ihm nach. Während die beiden einen längeren Faustkampf austragen, können Reed und die MACOs die anderen Banditen ausschalten. Schließlich kann auch Archer Bennings' Revolver ergreifen und den ehemaligen Deputy in Schach halten.

Nach ihrer Genesung beobachtet Bethany von der Enterprise aus ihren Heimatplaneten. Sie ist beeindruckt, genauso wie von den medizinischen Fähigkeiten Dr. Phlox'. Archer kommt zu ihr und die beiden unterhalten sich über die Entwicklung der Menschheit. Bethany schämt sich dafür, dass ihre Leute es nicht geschafft haben, sich weiter zu entwickeln. Sie glaubt auf Archer barbarisch zu wirken und nicht für ein Leben auf der Erde bereit zu sein. Archer erklärt ihr aber, dass auch auf der Erde nicht alles über Nacht besser wurde. Außerdem wird es einige Zeit dauern, bis die Planetenbewohner auf die Erde geholt werden können. Ihnen bleibt genügend Zeit, etwas zu ändern. Zu Archers Freude hat MacReady sogar schon verlauten lassen, einige Gesetze würden geändert werden.

Während die Enterprise den Orbit verlässt, hält Bethany eine Unterichtsstunde über die Geschichte der Erde nach dem Verlassen ihrer Vorfahren. Neben menschlichen und skagaranischen Schülern hört auch Sheriff MacReady gebannt zu.

Analyse

Schon die Originale Star Trek-Serie hatte mit "Wildwest im Weltraum" (Org. "Spectre of the Gun") eine Episode, die im Wilden Westen spielte. Später gab es hin und wieder den ein oder anderen Ausflug ins Westerngenre und nun mischen sich auch Archer & Co. unter die Cowboys.

Rein äußerlich ist "Faustrecht" (Org. "North Star") an sich gelungen. Die Musik ist ein guter Mix aus gewohntem Star Trek-Score und typischer Westernmusik. Allerdings muss man schon bewusst hinhören, um dies auch zu bemerken. Die Kulissen der Westernstadt wirken sehr gut und auch die Kostüme sind gelungen. Besonders Archer wirkt in seiner Cowboykluft extrem lässig. Ergänzt durch Scott Bakulas Spiel wird Archer zum coolen Cowboy. In seiner Art, besonders in der Saloon-Szene deutlich zu sehen, stellt der Captain der NX-01 dabei den typischen wortkargen, schlagfertigen, coolen Fremden dar, der im Western in die Stadt kommt und die bösen kräftig aufmischt. Dies ist aber bei weitem nicht das einzige typische Westernelement, das in "Faustrecht" (Org. "North Star") auftaucht. Unter anderem haben wir eine selbstsichere Frau, die die Hilfe unseres Helden braucht, einen Sheriff, der im Grunde gut ist, aber das falsche tut, ein bisschen Wiskey, ein Haufen Colts, logischerweise eine Schießerei und noch so manches mehr. Zwischendurch kommt auch mal etwas Humor zum Vorschein. Einerseits haben wir hier Archers coole Art, die zum Schluss der Saloon-Szene fast schon wie eine Parodie des typischen Western-Fremden wirkt. Andererseits gibt es auch Lacher, durch die Vermischung althergebrachter Westernelemente mit Science-Fiction. So zum Beispiel eine der besten Szenen der Folge: Während der Schießerei nimmt einer der Banditen T'Pol als Geisel und droht, sie zu erschießen, wenn die MACOs nicht ihre Waffen fallen lassen. Bis hierher ist noch alles wie gewohnt. Nun folgt aber eine Auflösung, die für Enterprise-Verhältnisse überraschend innovativ und überraschen ist. Reed schießt die Vulkanierin kurzerhand mit der Phasenpistole – natürlich auf Betäubung – nieder und der verwunderte Bandit folgt ihr ins Reich der Träume, noch bevor er überhaupt versteht, was vor sich geht. Leider gibt es auch Komikeinlagen, die ihren Sinn etwas verfehlen. Trips Reitversuch wirkt beispielsweise eher gezwungen lustig. Der coole Texaner mit dem großen Cowboy-mäßigen Mundwerk, der sogar schon sein Mundharmonikaspiel zum besten geben durfte, kommt auf dem Pferd nicht von der Stelle. Vielleicht bin ich ja etwas zu kritisch, aber ich fand das nicht sonderlich witzig, geschweige denn innovativ. Schade eigentlich.

Das Hauptproblem von "Faustrecht" (Org. "North Star") ist aber auf jeden Fall die Logik. Die Umstände unter denen die Menschen auf den Planeten gekommen sind, wirken dermaßen konstruiert, dass auch dem letzten Zuschauer klar wird, dass die Autoren mit aller Gewalt eine Westernfolge machen wollten, koste es, was es wolle. Weshalb holten die Skagaraner ausgerechnet Sklaven von der Erde? Immerhin ist der Blaue Planet nicht gerade in der Nachbarschaft der Ausdehnung. Weshalb brachten sie die Menschen nicht auf einen Planeten in der Nähe der Erde oder holten sich Sklaven von einem näher gelegenen Planeten? Wie war es den Menschen möglich, die technologisch überlegenen Skagaraner einfach so zu besiegen? Offensichtlich haben Cooper Smith und seine Leute nicht einmal gelernt, die Technologie der Skagaraner gegen diese einzusetzen. Weshalb gab es keinerlei Fortschritt, nichteinmal technologisch? Die Geschichte hätte an sich auch in einer höher entwickelten Gesellschaft funktioniert. Natürlich wäre es dann aber kein Wilder Westen mehr gewesen. Trotzdem sind dies schon Fragen, die man nicht einfach so ignorieren kann. Ein weiteres Problem der Folge ist, dass sie rein gar nichts zum großen Handlungsbogen der Staffel beiträgt. Wie zuvor schon "Transformation" (Org. "Extinction") ist "Faustrecht" (Org. "North Star") eine Stand-Alone-Episode. Allerdings hatte man sich damals immerhin die Mühe gemacht und die Geschichte im Zusammenhang der großen Story eingeleitet. "Faustrecht" (Org. "North Star") hingegen hat mit dem Rest der dritten Staffel eigentlich nichts zu tun, mal von einer Erwähnung der Xindi in einem Nebensatz und der Anwesenheit der MACOs abgesehen. Am ehesten könnte man die Folge, an der Qualität gemessen, in der zweiten Staffel einordnen. Immerhin aber an deren Anfang, als noch Hoffnung auf Besserung bestand, denn "Faustrecht" (Org. "North Star") hat auch einen trekkigen Teil. Wir sehen, wie die Menschen schließlich erkennen, dass sie sich falsch verhalten und die Möglichkeit ihr Verhalten zu ändern auch ergreifen. Sie versuchen zu lernen und ihre Vorurteile abzubauen. Dementsprechend wäre es auch schön, wenn in einer zukünftigen Folge zumindest erwähnt wird, was aus den Planetenbewohnern geworden ist.

Positiv:

  • Westernambiente

Negativ:

  • Logikprobleme

Wertung

Für Westernfans dürfte "Faustrecht" (Org. "North Star") ein Spass sein, alle anderen müssen sie sich ansehen, um selbst zu entscheiden, ob sie den gut oder schlecht ist. Mit einem zugedrückten Auge kann ich ihr noch fünf von zehn Punkten geben. Die Folge ist durchschnittlich kommt aber nicht an die bisherigen Folgen der dritten Staffel heran. Dafür sind die oben beschriebenen Probleme mit Logik und "Daseinsberechtigung" einfach zu hervorstechend. Außerdem wäre es nach diesem kleinen Ausflug nett, wenn die Autoren langsam wieder auf den Xindi-Arc zurückkämen.

Review von Bernd Paulus

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