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Fehlentscheidung
Miller's Crossing

    McKays Schwester Jeannie wird entführt. Sie soll ein medizinisches Experiment mit außerirdischen Naniten retten, das auf fatale Weise schief gelaufen ist.
Der SeherZurück zur EpisodenlisteDie Mühsal der Sterblichen, Teil I

     
  • Erstausstrahlung Kanada:
  • 03.12.2007 (TMN)
  • Erstausstrahlung USA:
  • 30.11.2007 (Sci-Fi)
  • Erstausstrahlung BRD:
  • --.--.----
  • Produktionsnummer:
  • 412
  • Story:
  • Drehbuch:
  • Martin Gero
  • Musik:
  • Joel Goldsmith
  • Regie:
  • Andy Mikita
     
  • Planet(en):
  • Erde


    Autor: Bernd Paulus

    McKay gerät bei seinen Arbeiten am Antireplikatorenvirus in eine Sackgasse. Auf Zelenkas Drängen fragt er seine Schwester Jeannie per E-Mail um Rat. Diese hilft im gerne aus. In der Nacht dringen allerdings bewaffnete Männer in ihre Schlafzimmer ein und entführen sie.

    Sofort eilen McKay, Sheppard und Ronon zur Erde, wo NID-Agent Barret schon auf sie wartet. Die drei reisen nach Vancouver, um sich ein eigenes Bild zu machen. Jeannies Mann Kaleb gibt Rodney die Schuld an ihrer Entführung. Der kann nicht widersprechen, verspricht aber, sie zurückzubringen. Seinen Team-Kollegen erklärt McKay, dass er und Jeannie seit Weirs Heilung via E-Mail an einem Programm arbeiteten, das Naniten für medizinische Zwecke zugänglich machen sollte. Kürzlich hat er sie auch um Rat bezüglich des Antireplikatorenvirus gefragt. Rodeny vermutet einen Zusammenhang. Er will zunächst einen Blick in Jeannies Computer werfen und schickt Ronon und Sheppard zurück ins Hotel. Jeannie wird in einen Raum mit mehreren Computern gebracht, wo ein Mann namens Henry Wallace sie begrüßt. Sie soll etwas für ihn erledigen.

    McKay entdeckt einen Trojaner auf Jeannies Computer und eilt mit Barrett zu der Adresse des heimlichen Beobachters. Unterwegs ruft er Sheppard und Ronon als Verstärkung, möchte am Ziel aber nicht auf die beiden warten. Kaum angekommen, wird Barrett überrumpelt und auch McKay entführt. Als Sheppard und Dex eintreffen, sind die Entführer schon fort.

    Rodney wird wenig später zu Jeannie gebracht. Sie wissen nicht wo sie sind, aber sie wissen, wer für die Entführung verantwortlich ist: Henry Wallace stellt sich vor und erklärt, dass er McKays subkutanen Transmitter abgeschaltet hat. Seine Firma hat diesen für das SGC hergestellt. Eigentlich sollte Wallace nicht wissen, woher die Technologien stammen, die seine Firma für das Militär weiterentwickelt. Allerdings hat er die Wahrheit über das Stargate-Programm durch einige Nachforschungen herausgefunden. Der Grund für die Entführung ist Wallace' Tochter Sharon. Sie leidet an Krebs, weshalb er ihr in letzter Verzweiflung experimentelle Naniten injeziert hat. Diese funktionieren aber nicht richtig - kein Wunder, die Entwicklung ist alles andere als fortgeschritten. Sharons Leben liegt in den Händen der McKay-Geschwister.

    Jeannie stellt recht schnell fest, dass es ein Problem bei der Kommunikation der Naniten untereinander gibt. Sie will es beheben, um sich so ihre Freiheit zu erarbeiten. Rodney arbeitet hingegen lieber an einem Fluchtplan. Er hackt sich in das Computersystem, um die Türschlösser zu öffnen. Jeannie ist nicht begeistert, sieht aber ein, dass Wallace sie selbst im Falle der Heilung seiner Tochter wohl kaum einfach gehen lassen wird. Die beiden machen sich auf den Weg, verlaufen sich aber in den Gängen des Gebäudes. Kurz darauf wird ihre Flucht bemerkt und sie werden wieder eingefangen.

    Wallace ist fassungslos, dass die beiden ihm nicht helfen wollen. Rodney bezweifelt weiterhin, dass die Naniten in der kurzen Zeit, die Sharon bleibt, repariert werden können. Um die Geschwister zu motivieren, injeziert Wallace Jeannie kurzerhand eine Dosis Naniten. Nun steht auch ihr Leben auf dem Spiel. Rodney und Jeannie machen sich an die Arbeit und wenig später kommt ihnen eine Idee. Derweil quälen sich Sheppard, Ronon und Barrett durch Firmenunterlagen, um eine neue Spur zu finden. John mutmaßt, dass McKays Arbeit an der Abschaltung der Replikatoren etwas mit der Entführung zu tun haben könnte. Barrett erinnert sich in diesem Zusammenhang nur an eine Firma, die für das Militär an Naniten-Technologie forscht.

    Langsam wird Rodney ungeduldig. Stunden sind vergangen, seit sie die Naniten umprogrammiert haben. Schließlich holt ein Wachmann ihn und Jeannie aus ihrem Gefängnis und bringt sie zu Sharon. Das Mädchen ist wohlauf, der Krebs ist verschwunden. Wallace öffnet bereits den Champagner. Er verspricht, Rodney und Jeannie freizulassen. Dem Millionär war von vorneherein klar, dass er am Ende der Aktion im Gefängnis landen würde. Dafür hat er nicht nur seine Tochter geheilt, sondern wohl auch den Krebs an sich. Die Feier wird jäh unterbrochen, als Wallace zu Sharon gerufen wird. Ihr Herz hat urplötzlich aufgehört zu schlagen. Die Sache wird noch seltsamer, als das Mädchen Augenblicke später wieder zum Leben erwacht.

    Entgegen ihrer Programmierung sind die Naniten in Sharon noch aktiv. Sie haben offenbar das Herz kurzzeitig angehalten, um eine Herzkrankheit zu heilen. Die dadurch verursachten Folgen für ihr Hirn sind den Naniten wohl egal. Diese Tatsache erhöht auch das Risiko für Jeannie. Sie hat keinen Krebs, dafür aber Epilepsie, für deren Heilung die Naniten ihr Gerhin abschalten könnten. In diesem Moment stürmt ein Team unter Sheppards Führung das Gebäude. Rodney und Jeannie beamen umgehend ins SGC.

    Dort lässt McKay seine Schwester in ein künstliches Koma versetzen und bricht ihre Beine, um die Naniten zu beschäftigen. Trotzdem bleiben ihnen nur einige Stunden, um die Programmierung zu perfektionieren. McKay sieht nur eine Chance: Der Wraith Todd muss ihnen helfen. Wenig später wird dieser zum SGC gebracht. Mit etwas Überzeugungsarbeit kann Rodney Todd sogar dazu bringen, ihm zu helfen. Immerhin würde das Programm ihnen auch nützliche Erkenntnisse für das Antireplikatoren-Virus liefern. Todd macht schnell große Fortschritte, bevor er aber fertig ist, bricht er vor Erschöpfung zusammen. Der Wraith muss etwas essen. McKay wendet sich an Sheppard. Wallace' Tochter ist vor wenigen Stunden gestorben, weil den Naniten die Energie ausging, während sie an ihr arbeiteten. Rodney will seine Schwester vor diesem Schicksal bewahren und bietet sich als Nahrungsquelle an. John ist strickt dagegen und verbietet es. Kurz darauf wendet sich Sheppard an Wallace. Er erklärt diesem die Situation und zeigt ihm noch einige Bilder von Jeannies Familie.

    Wenig später versucht Rodney mit einer gestohlenen Zugangskarte ins Labor zu kommen. Als er sich mit einem Wachmann anlegen will, öffnet sich die Tür. Wallace Leiche wird hinausgebracht, Todd stellt das Programm kurz darauf fertig. Jeannies Naniten werden rechtzeitig abgeschaltet und schließlich kann Rodney sie nach Hause bringen. Zurück auf Atlantis versucht Rodney, John auf dessen Verhalten anzusprechen. Sheppard will aber nicht darüber reden. McKay bedankt sich mit einem Abendessen.


    Nachdem letzte Woche mit "Der Seher" (Org. "The Seer") schon die erste Grundlage für den traditionellen Mehrteiler zur Staffelmitte gelegt wurde, ist "Fehlentscheidung" (Org. "Miller's Crossing") eher eine Füllfolge, bei der die Zuschauer nocheinmal durchatmen können.

    "Füllfolge" klingt auf den ersten Blick eher negativ und natürlich ist es etwas ärgerlich, dass nach dem großen Schwungholen für den traditionellen Knaller zur Staffelmitte nocheinmal innegehalten wird. Trotzdem macht "Fehlentscheidung" seine Sache insgesamt recht gut. Die Folge beginnt allerdings eher mäßig und dümpelt zunächst etwas planlos vor sich hin, bevor sich die Ereignisse im letzten Drittel doch noch überschlagen. Der entscheidende Punkt in der Handlung ist die Fütterung des gefangenen Wraith, weshalb die Folge auch jetzt kommen musste. Immerhin ist davon auszugehen, dass Todd nicht ewig auf Atlantis weilen wird. Langsam wurde es auch Zeit, dass sich Stargate Atlantis mit dem Dilemma eines gefangenen Wraith beschäftigt - vor allem, wenn dieser den Menschen auch noch helfen soll. Immerhin muss er früher oder später etwas essen und da stellt sich die Frage, wer sein Leben hergeben muss. "Fehlentscheidung" liefert eine recht beeindruckende Lösung für das Problem und führt John Sheppard in ungeahnte moralische Abgründe. Beeindruckend, weil es dem Zuschauer schwer fällt, mitanzusehen wie der Held einen gebrochenen Mann sehenden Auges in den Selbstmord treibt, und die Autoren mit dieser Entscheidung Mut bewiesen haben. Beeindruckend aber auch, weil die Folge keine billige Pauschallösung bietet, sondern vielmehr ein Szenario zeigt und es dem Publikum überlässt, sich eine Meinung zum Thema zu bilden. Sicher, Sheppards Handeln ist moralisch absolut verwerflich und falsch. Allerdings rettet er dadurch seinen besten Freund vor dem Tod. Und sicher würde kein Zuschauer auf McKay verzichten wollen. Derartigen Tiefgang dürfte Stargate Atlantis gerne öfter bieten.

    Leider ist aber nicht alles Gold, was glänzt. Wie schon erwähnt, braucht die Story eine ganze Weile, um wirklich auf Touren zu kommen. Die gutgemachten Kabbeleien der Geschwister McKay sind zwar ganz nett, können die Folge aber nicht vollständig tragen. Und der Versuch einer humoristischen Einlage mit Sgt. Harriman und Ronon wirkt einfach nur peinlich. Erst als die Stimmung bei der Ankunft von Todd ins Düstere umschlägt, kann "Fehlentscheidung" vollends fesseln. Eher nebensächlich wirkt dabei der fast schon historische Moment, als der erste Wraith einen Fuß auf die Erde setzt. Angesichts eines solchen Ereignisses muss man sich fragen, wo eigentlich General Landry und sonstige Schlüsselfiguren des SGC sind. Für deren Fehlen sind höchstwahrscheinlich finanzielle Gründe verantwortlich. Trotzdem wäre es schön gewesen, zumindest den General zu sehen oder seine Abwesenheit wenigstens mit einem Satz anzusprechen.

    Über die ganze Folge hinweg überzeugt McKay-Darsteller David Hewlett in gewohnter Manier. Man ist von ihm ja schon nichts anderes mehr gewohnt. Dabei durchlebt der gute Rodney ein recht breites emotionales Spektrum und die Autoren schaffen es, verschiedenste Seiten von ihm in sehr kurzer Zeit zu beleuchten. Wir sehen das eingebildete Genie, den aufmüpfigen Gefangenen, den verzweifelten Bruder und den opferbereiten Helden in gerademal einer Stunde. Wiedermal zeigt sich, dass Rodney McKay einer der vielschichtigsten Charaktere im Stargate-Universum sein dürfte. "Fehlentscheidung" kann dieses Potential wunderbar ausnutzen.

    Positiv:

    • moralisches Dilemma ohne leichten Ausweg
    • Sheppard ergründet charakterliche Abgründe
    • McKay

    Negativ:

    • träger Anfang
    • fehlende SGC-Charaktere

    Nur wenige Folgen von Stargate Atlantis lassen den Zuschauer derart nachdenklich zurück wie "Fehlentscheidung". Zudem rechne ich es den Autoren hoch an, dass sie - sogar zum wiederholten Mal - darauf verzichten, die Moralkeule zu schwingen. Selber Denken ist angesagt und das ist gut. Die angesprochenen Schwächen drücken die Wertung auf immernoch gute sieben von zehn Punkten. Nach dem Ende von Stargate SG-1 wird das Atlantis-Team wohl wieder etwas öfter die Erde besuchen. Mit Blick auf "Fehlentscheidung" ist dagegen eigentlich auch nichts einzuwenden, vor allem nicht, wenn dann vielleicht auch der ein oder andere prominente alte Bekannte mit von der Partie ist.


  • MOMENTAN KEINE BEKANNT

    Zur Zeit ist diese Episode noch nicht auf DVD lieferbar.
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